Jan 17

Nach der abenteuerlichen Busreise von Calama nach Uyuni in völlig veralteten Bussen, die teilweise unser Gepäck auf dem Dach transportiert haben, machten sich zunächst die Höhenkrankheit in Form von Kopfschmerzen bei uns bemerkbar (Uyuni liegt auf 3600m Höhe). Glücklicherweise hatten wir uns nach einer Nacht an die Höhe gewöhnt und konnten so am nächsten Morgen ganz entspannt unsere dreitägige Jeep-Tour durch die Salzwüste und die nähere Umgebung in Angriff nehmen. Neben dem nicht sehr gesprächigen Fahrer und dem noch weniger gesprächigen Koch waren noch ein nettes deutsches Pärchen in unserem Alter und ein etwas älteres englisches Pärchen in unserem Jeep. Leider waren neben unserem Jeep noch geschätzte weitere 40 Jeeps unterwegs, so dass die Tour nicht ganz untouristisch war.

Erster Halt der Tour war der Cementerio de Trenes (Zugfriedhof), auf dem völlig verrostete alte Loks vor sich hin vegetieren. Danach wurde es schon sehr beeindruckend, denn wir begaben uns in die Salzwüste Salar de Uyuni. Zunächst machten wir einen Stopp am Rand der Salzwüste, wo wir Einheimische beim Trocknen und Abbauen des Salzes, welches u.a. zu Speisesalz verarbeitet wird, beobachten konnten. Danach ging es weiter zu einem Salzhotel, in dem so ziemlich alles außer dem Dach und den Fenstern aus Salz gemacht ist. Aufgrund der Umweltschäden, die durch die Übernachtung in solchen Hotels verursacht wurden, sind dort keine Übernachtungen mehr möglich, aber auch so war es ganz nett anzusehen. Das Highlight des Tages war allerdings der darauffolgende Besuch der Isla Incawasi, einer mit ganz vielen Kakteen bewachsenen Insel mitten in der Salzwüste. Die Aussicht war total unwirklich aber sehr schön zugleich. Zum Abendessen und zur ersten Übernachtung ging es dann in ein kleines Dorf außerdem der Salzwüste, in dem es kein warmes Wasser und nur für wenige Stunden am Abend durch einen Generator generierten Strom gab. Die Leute dort leben hauptsächlich von der Landwirtschaft, der Zucht von Lamas und Alpacas sowie vom Tourismus.

Am nächsten Tag ging es dann durch eine abwechslungsreise Landschaft zu zahlreichen Lagunen, in denen Flamingos leben. Eine davon war die Laguna Colorada, die aufgrund der Mineralien im Boden interessante rot-weiße Verfärbungen vorzuweisen hatte. Außerdem auf dem Programm stand der Besuch des Arbol de Piedras (Steinbaum), eines Steins der durch den Wind über die Jahre hinweg, die Form eines Baumes erlangt hat – dieser Stopp war allerdings nicht sonderlich spektakulär. Gegessen und genächtigt wurde wieder in einem kleinen Dorf. Nach dem Abendessen konnten wir einen traumhaften Sternenhimmel sowie eindrucksvolles Wetterleuchten in weiter Ferne beobachten bevor es relativ früh ins Bett ging, weil wir am nächsten Morgen gegen 5 Uhr aufbrechen wollten.

Da unser Guide und der Koch verpennt haben, fuhren wir mit ca. 45 minütiger Verspätung am letzten Tag der Tour endlich los. Kurz nach Sonnenaufgang besuchten wir einige Geysire bevor es zu heißen Quellen ging, wo wir baden, unsere eingefrorenen Glieder aufwärmen und den Ausblick genießen konnten, während für uns das Frühstück zubereitet wurde. Danach ging es weiter zur Laguna Verde, die sich bei kräftigerem Wind aufgrund der aufgewirbelten Pflanzen im See grün färbt. Leider war es an diesem Tag nicht so windig, schön anzusehen war die Lagune aber trotzdem. Letzter erwähnenswerter Halt auf der Tour war im Valle de Rocas, wo mitten in der Landschaft viele durch den Wind interessant geformte Felsen standen.

Nach unserer dreitägigen Jeep-Tour ging es in der Nacht per Zug nach Oruru, wo wir einen Tag entspannten und am nächsten Morgen in aller Frühe mit Bus nach Arica zu Karinas Gastfamilie fuhren.

Jan 11

Bei unserem zweitägigen Stopp in La Serena besuchten wir am ersten Tag zunächst das Valle del Elquí eines der chilenischen Hauptanbaugebiete für Trauben, die zur Piscoherstellung verwenden werden. So durfte natürlich der Besuch in einer Piscobrennerei nicht fehlen. Am zweiten Tag machten wir es uns am Strand gemütlich um Kraft zu tanken für die anstrengende Busreise ins bolivianische Uyuni.

Jan 09

Vom Busterminal ging es zunächst mit der supersauberen Metro zu Couchsurfer Carlos der uns in seiner schicken, vor weniger als einem Monat bezogenen 2 Zimmer Eigentumswohnung mit einem leckeren Essen in Empfang nahm - wir haben uns von Anfang an sehr wohl gefühlt. Nachdem wir schon in Valparaíso mit Caesar und seinen Freunden fast ausschließlich spanisch gesprochen hatten, setzten wir dies auch in Santiago fort. Zur Freude des Spanisch-Anfängers bemühte sich Carlos deutlich und für einen Chilenen halbwegs langsam zu sprechen, so dass er erstaunlich gut zu verstehen war. :)

Nach einem ausgiebigen Essen sollte das Trinken natürlich nicht zu kurz kommen und so zeigte uns unser Gastgeber noch zwei typische Getränke Santiagos bzw. Chiles. Zunächst besuchten wir einen traditionelleren Laden (La Piojera), der etwas heruntergekommen aussah und in dem als Spezialität terremoto (Erdbeben) eine Mischung aus Weißwein mit Ananaseis und einem Schuss Fernet Branca serviert wurde - sehr lecker. Danach ging es weiter in eine etwas schickere Bar die angeblich den besten Pisco Sour der Stadt serviert und auch hier wurden wir nicht enttäuscht…

Am nächsten Tag machten wir - nachdem wir ausgeschlafen und ausgiebig gefrühstückt hatten – einen ersten Stadtrundgang bei Tag, wobei uns Reiseführer Carlos mit reichlich Informationen zu allen Sehenswürdigkeiten versorgte. Zwischendurch machten wir Halt bei einer interessanten Eisdiele, bei der man sich für ein bis drei Arten von gefrorenen Früchten entscheiden konnte und daraufhin das entsprechende Eis frisch zubereitet bekam. Abends besuchten wir gemeinsam ein gratis Straßentheaterstück, das im Rahmen des Theatermonats in Santiago am Plaza de la Constitución aufgeführt wurde. Leider haben wir drei den Inhalt nicht wirklich verstanden, aber es war trotzdem ganz schön in der Abenddämmerung ein paar Bierchen zu genießen. Zum Abschluss des Abends haben wir uns bei Carlos für das leckere Essen des Vortags revanchiert und für ihn gekocht.

Nachdem wir Carlos Zuhause gegen ein Hostel ausgetauscht hatten, da er schon die nächsten Couchsurfer erwartete, machten wir am Montag zunächst eine längst fällige Shopping-Tour durch Santiago, da die ersten Klamotten mittlerweile den südamerikanischen Waschmaschinen zum Opfer gefallen waren und dringend ersetzt werden mussten. Nach einer Stärkung bei Dominos, einer Hotdog-Kette aus Santiago, die sehr leckere Würstchen in ca. 15 unterschiedlichen Variationen anbietet, trafen wir uns mit Pablo, Karinas Gastbruder aus Arica und seiner Freundin, die in Santiago wohnt und bei der er gerade zu Besuch war. Später am Abend hatten wir uns noch mit Carlos auf eine Pizza verabredet. Als wir dort ankamen war die Pizzeria allerdings gerade dabei zu schließen und so wurden wir von Carlos freundlichem Nachbarn Majid zu einem spontanen Abendsnack zu sich nach Hause eingeladen.

In den folgenden beiden Tagen erkundeten wir Santiago noch ein wenig auf eigene Faust, wobei besonders die Ausblicke von den beiden in der Stadt gelegenen Hügeln auf die sonst ringsum von Bergen umgebene Stadt sehr beeindruckend waren. Außerdem trafen wir uns am Abreisetag noch einmal mit Carlos und Majid zum Mittagessen bevor es abends gen Norden nach La Serena ging.

Jan 04

Unwissend, dass Valparaíso für seine Sylvesterfeier berühmt ist, hatten wir uns entschieden, dort ins neue Jahr zu starten, da ein Couchsurfing-Treffen und gemeinsames reinfeiern geplant war. Nachdem wir erfahren hatten wir beliebt die Stadt in diesen Tagen ist, waren wir sehr froh am 30. noch eines der letzten Bustickets von Santiago aus zu bekommen. Wir konnten zum Glück bei Cesar bleiben, dem Couchsurfer der auch den Event organisiert hat.

Am Morgen des 31. sind wir dann erstmal durch Viña del Mar spaziert. Viña und Valparaíso sind zwei Städte die sehr nah beieinanderliegen - wir haben auch nicht in Valparaíso selber, sondern in Viña gewohnt - die aber unterschiedlicher nicht sein könnten. Wo Viña sich sauber, schick und modern zeigt und mit der langen Strandpromenade Besucher anlockt, ist die Hafenstadt Valparaíso bunt und chaotisch, mit einem ganz besonderen Charme.

Am Sylvestermorgen haben wir also die Strände in Viña genossen und Sandskulpturen bewundert, obwohl es leider bedeckt und damit etwas zu kühl zum Schwimmengehen war. Abends haben wir uns mit ca. 30 weiteren Couchsurfern aus Chile und dem Rest der Welt getroffen um gemeinsam ins neue Jahr zu feiern und das „beste Feuerwerk Südamerikas“ zu genießen. Dazu gingen wir auf den zentralen Platz Valparaísos direkt am Hafen, wo auch schon eine riesige Menschenmenge versammelt war. Die Stimmung war ziemlich gut und pünktlich um 0:00h gab es erst einmal eine allgemeine Sektdusche, da die Chilenen scheinbar weniger daran interessiert waren, diesen zu trinken… oben drauf gab es dann noch eine Runde Konfetti - die perfekte Mischung. Nach dem wirklich sehr schönen Feuerwerk, das besonders eindrucksvoll war weil wir sehr nach an der Anschlussstelle standen und das Feuerwerk auf uns herabzuregnen schien, ging es dann auf die Suche nach einem geeigneten Ort zum Weiterfeiern. In der gesamten Stadt waren die Straßen und Plätze voll mit feiernden Menschen. Obwohl wir einige Ortsansässige dabei hatten, dauerte es eine Weile bis wir eine Bar gefunden hatten, in der man feiern, Kicker spielen oder auch ein kleines Nickerchen halten konnte…

Als wir uns dann gegen 7h morgen auf den Heimweg machten, war immer noch so einiges los auf den Straßen – leider auch riesige Müllberge, ähnlich wie an Karneval. Diese hielten uns dann auch davon ab, am nächsten Morgen bzw. Nachmittag nach einem ausgedehnten Frühstück/Brunch nach Valparaíso zu fahren. Stattdessen fuhren wir mit César uns seiner Familie in Sanddünen die nördliche von Viña liegen und von deren Spitze man einen tollen Ausblick auf die gemeinsame Bucht der beiden Städte hat. Außerdem haben wir uns im “Sandschlittenfahren“ erprobt. Die Dünen runter zurasen macht sehr viel Spaß, während der Rückweg nach oben etwas mühsam ist und den Enthusiasmus etwas trübt – besonders bei 30 Grad.

Am nächsten Morgen ging es dann endlich nach Valparaíso. Die Stadt liegt auf mehreren Hügeln direkt am Meer. Wenn man einen die endlos scheinenden Treppen entmutigen, kann man auch mit einem der Aufzüge zu den wunderschönen Aussichtspunkten auf den Hügeln fahren. Ansonsten kann man sich auch in einem der vielen süßen Cafés von den Anstrengungen erholen, oder in den versteckten Boutiquen stöbern. An jeder Ecke gibt es eine schön bemalte Fassade, Mosaike oder andere Details zu sehen, was das herumlaufen und schlendern zum reinsten Vergnügen macht. Vormittags machte César eine kleine Stadttour mit uns, nachmittags zogen wir dann auf eigene Faust weiter und besuchten unter anderem die „Isla Negra“, eines der Häuser Pablo Nerudas, von dem aus man eine tolle Sicht auf die Stadt und das Meer hat. Abends kochten wir für César und einige Freunde die spontan dazu kamen. Es war eine sehr lustige Runde die wir später in einer schnuckeligen Bar in Valparaíso fortsetzten. Am nächsten Tag blieb uns dann nur noch ein kurzer Abstecher nach Valpo um noch einmal diese besondere Stadt zu genießen, die nicht umsonst Weltkulturerbe der UNESCO ist. Dann ging es schon wieder zurück nach Santiago, da dort Carlos, ein anderer Couchsurfer den wir auch der Sylvesterparty kennengelernt hatten auf uns wartete.

Dez 30

Zurück in Buenos Aires haben wir uns mit Anna und ihrem Freund Maarten getroffen, um die Weihnachtstage gemeinsam zu verbringen. So haben wir noch einmal in Ruhe die Stadt erkundet - oder besser gesagt, uns von Anna die schönen Ecken zeigen lassen. Und Buenos Aires hat wirklich viele unterschiedliche Seiten zu bieten: den berühmten Friedhof Recoleta mit seinen Mausoleen und Gruften - teils sehr gut gepflegt, teils aber auch halb verfallen, den früheren Migrantenstadtteil La Boca mit seinen strahlend bunten Häusern. Man kann aber auch einfach durch die Straßen Palermos wandern, wo es viele süße Cafés gibt (wenn es auch leider viel zu heiß zum Kaffee trinken war) und eine Feria, auf der junge Designer ihre Kleider zu günstigen Preisen verkaufen - hier war also erstmal Shoppen angesagt.

Natürlich genossen wir auch ausgiebig das argentinische Essen bzw. das argentinische Rindfleisch ;) und den Wein. An Heiligabend hatten wir nach langem Suchen und Überlegen ein Restaurant gefunden, in dem wir essen konnten, da ansonsten fast alles geschlossen war. So hatten wir auch einen schönen Abend, den wir mit ein paar Gläschen Wein auf der Dachterrasse unseres B&B abschlossen. Mit Abstand das leckerste Essen gab es jedoch an unserem letzten gemeinsamen Abend im Restaurant Las Cholas im Stadtteil Palermo. Bis spät in die Nacht genossen wir das Essen, den guten Hauswein und die tolle Atmosphäre. Wir waren offensichtlich nicht die einzigen, denen das Restaurant gefiel - es wurde einfach nicht leerer und selbst um 1 Uhr kamen noch neue Gäste, die etwas zu essen bestellt haben.

Einen Tag nach Annas und Maartens Abfahrt ging es auch für uns weiter, nämlich nach Valparaíso in Chile.

Dez 23

Bevor es für die Weihnachtstage zurück nach Buenos Aires ging, verbrachten wir 4 Tage und 3 Nächte in Mar del Plata, Argentiniens beliebtestem Strandort. Schön ist Mar del Plata jedoch nicht - der Meerblick wird getrübt durch zahlreiche Hochhäuser und Reklametafeln die an der Strandpromenade stehen. Trotzdem tummeln sich hier in der Hauptsaison (Januar und Februar) die Menschen dermaßen am Strand, dass man kaum noch was vom Sand sieht. Glücklicherweise war es während unseres Aufenthaltes in Mar del Plata trotz des sehr guten Wetters überhaupt nicht voll.

Gewohnt haben wir die Tage bei drei lieben Regensburger Studentinnen (Anja, Lisa und Toni), die für ein Jahr in Mar del Plata studieren und die wir auf unserer Reise dorthin kennengelernt haben. Als wir die drei am Ziel angelangt nach einem guten Hostel in der Nähe fragten, wurden wir gefragt ob wir CouchSurfing kennen und prompt zum couchsurfen eingeladen - so schnell kann’s gehen. Neben faul in der Sonne liegen und sich ab und an mal im eiskalten Wasser erfrischen vertrieben wir uns die Zeit mit kochen, Karten spielen, einem Kinobesuch sowie einem Ausflug ins Nachtleben von Mar del Plata.

In der Nacht vom 22. auf den 23. ging es wieder einmal per Bus nach Buenos Aires, wo wir zur Zeit bei sommerlichen 30 Grad verweilen. Euch allen und Euren Familien wünschen wir ein frohes Weihnachtsfest und erholsame Feiertage!

Dez 19

Nach einer 28h Reise zurück in die Zivilisation sind wir in Trelew angekommen, einer kleinen Stadt die nach den überlaufenen touristenzielen im Süden erfrischend untouristisch war. Es gab nicht viel zu sehen, dafür waren die Menschen unheimlich freundlich und wir wurden das erste mal tatsächlich vor die sonst in Südamerika weit verbreitete Tatsache gestellt, das zwischen 14 und 17h die Bürgersteige hochgeklappt werden und nichts, aber auch nichts mehr geöffnet ist. Hier haben wir uns für die folgenden 2 Tage einen Mietwagen geliehen um jeweils Tagesausflüge in die Reserva Provincial Punta Tombo und die Reserva Faunística Península Valdés unternehmen zu können.

Punta Tombo ist ein Tierschutzreservat ca. 100km südlich von Trelew, in dem von September bis April über 500.000 Magellan-Pinguine brüten - damit ist es die größte Pinguin-Kolonie außerhalb der Antarktis. Auf dem Weg nach Punta Tomba machten wir einen Zwischenstopp in einer abgelegenen Bucht und stießen prompt auf 2 Seeelefanten die faul am Strand herumlagen. Im Reservat angekommen genossen wir es beim tollem Wetter den vielen kleinen und großen Pinguinen beim watscheln, chillen, schwimmen und sich gegenseitig näseln zuzusehen; die Zeit verging wie im Flug. Neben den Pinguinen sahen wir dort Guanakos, eine Unterart der Lamas.

Das Naturreservat Península Valdés hat noch eine größte Vielfalt an Tierarten zu bieten. Absolutes Highlight für uns war ein Bootstrip bei dem wir Südkapern (Südliche Glattwale) aus nächster Nähe zu sehen bekamen. Einige Mütter mit ihren Kälbern, die als solche aufgrund ihrer Größe kaum noch zu erkennen waren, waren sehr zutraulich und kamen sehr nah an unserem Boot an die Wasseroberfläche bzw. schwammen unter dem Boot her. Zurück an Land haben wir bei tollem Wetter sehr viele Seelöwen und Seeelefanten die faul am Meer herumlungerten, bzw. einige Männchen die um die Gunst der Weibchen warben gesehen. Außerdem haben wir dort wieder einige Pinguine, aber auch zahlreiche Guanakos und Gürteltiere zu Gesicht bekommen. Bei so vielen tollen Begegnungen mit der Tierwelt konnten wir es auch ganz gut verkraften, dass wir Orcas, die sich ab und an im Norden der Halbinsel bei Flut blicken lassen, nicht angetroffen haben.

Am Abend des nächsten Tages nahmen wir dann den Bus nach Mar del Plata um die letzten Tage vor Weihnachten schön am Strand entspannen zu können.

Dez 15

Um die Mittagszeit sind wir im kleinen, überschaubaren Dorf El Chaltén angekommen. Geldautomaten gibt es dort nicht, asphaltierte Straßen sind Mangelware, aber dafür betrug unser Weg vom Bus zum Hostel gerade mal 50 Meter. Nachdem wir uns umgezogen und mit Proviant für die erste Tour eingedeckt hatten, ging es auch schon los zum Trekking. Der 3,5 stündige Hinweg führte uns (in fast ständiger Begleitung von nervigen überdimensionalen Fliegen) vorbei an herrlichen Berglandschaften zur Laguna Torre von der aus wir einen grandiosen Ausblick auf den Cerro Torre, einen der höchsten Gipfel der Umgebung hatten. Der Rückweg ließ sich zwar in kürzerer Zeit meistern, aber fertig waren wir bei unserer Ankunft im Hostel trotzdem. Da wir Tage zuvor immer selbst gekocht haben, entschieden wir uns für einer leckeres Abendessen in einer nahgelegenen Pizzeria.

Mit den Anstrengungen vom Vortag in den Beinen ließen wir es am zweiten Tag ein wenig gemächlicher Angehen und machten eine etwas kürzere Wanderung zu zwei Aussichtspunkten, von denen man einen guten Ausblick auf das Dorf und die nähere Umgebung hatte.

Tag 3 hatte es dann in sich: Um nicht dieselbe Strecke auf dem Hin- und Rückweg laufen zu müssen, fuhren wir früh morgens zunächst mit einem Minibus 14km in den Norden, wo wir unsere Tagestour begannen. Unser Rundweg führte uns vorbei an der Laguna Piedras Blancas zur Laguna De los Tres, wobei das letzte Stück recht steil war und es zwischendurch immer mal wieder kurz geregnet hat. Oben angekommen waren wir dann mit einer tollen Aussicht auf die leuchtendblaue, mit Eis bedeckte Lagune und den größtenteils in Wolken verhüllten Berg Fitz Roy belohnt. Als wir ein wenig am Ufer der Laguna De los Tres entlangliefen entdeckten wir noch einen kleinen, kurzen Weg an dessen Ende ein Fels war, von dem man schön auf die Laguna Sucia herabblicken konnte. Nach insgesamt etwas weniger als 8 Stunden sind wir müde und hungrig aufgrund der tollen Landschaft aber auch gut gelaunt ins Hostel zurückgekehrt.

Nach einer weiteren Nacht hieß es wieder Abschied nehmen um in Richtung Trelew aufzubrechen, was knapp über 24 Stunden dauern sollte.

Dez 11

Weil es zum Zeitpunkt unserer Ankunft bereits 1.30 Uhr war, hieß es erst einmal schlafen gehen. Am folgenden Tag machten wir uns dann auf in den Nationalpark Los Glaciares um die Hauptattraktion, den Perito-Moreno-Gletscher zu bewundern. Das besondere an diesem Gletscher ist, dass sich an seinem Ende ein bläulich-weiß schimmernder, kilometerlanger und bis zu 60m hoher Eisstrom befindet. Dieser rückt am Tag bis zu 2m vor und lässt hin und wieder unter tosendem Lärm Eisbrocken ins Wasser des angrenzenden Sees fallen - ein sehr beeindruckendes Spektakel in einem wunderschönen Panorama.

Da es sonst nicht viel Spannendes in El Clafate zu sehen gibt, ging es am nächsten Morgen gleich wieder weiter, und zwar ins 3 Autostunden entfernte Dorf El Chaltén.

Dez 09

Trotz stürmischer Böen die das Flugzeug wild hin und her schüttelten, sind wir unbeschadet in Ushuaia - der südlichsten Stadt der Welt - angekommen. Da das Wetter am ersten Tag nicht so gut war, entschieden wir uns den Besuch des Nationalparks Tierra del Fuego (Feuerland) noch einen Tag aufzuschieben und sind erst einmal zum Glaciar Martial gewandert. Der Regen wurde dann langsam zu Schnee. So kamen wir also doch ein bisschen in Winterstimmung kurz vor Weihnachten. Schließlich hörte es ganz auf und wir konnten einen schönen Ausblick auf die schneebedeckten Berggipfel rund rum, aber auch ins Tal mit dem süßen kleinen Dorf direkt am Meer genießen. Der letzte Teil des Weges war als solcher kaum noch zu erkennen, so dass sowohl Phantasie als auch etwas Durchhaltevermögen gefragt waren, um mit inzwischen nassen Füßen weiterzurkraxeln und dem Wind, der einen fast wegpusten hat, zu widerstehen. Dafür wurden wir aber zwischenzeitlich von der Sonne belohnt, die sich doch mal heraus traute.

Am nächsten Tag hatten wir dann das erhoffte Glück mit dem Wetter und wurden von strahlendem Sonnenschein begrüßt - perfekt für eine kleine Trekking-Tour im Nationalpark. Dort stiegen wir erst einmal auf einen kleinen Berg, von dem wir eine schöne Aussicht hatten. Dann ging’s in einer traumhaften Kulisse am Waldrand an der Küste mit schon fast türkisblauem Wasser entlang, die schneebedeckten Gipfel im Hintergrund…einfach toll! Und auch sonst war die Landschaft im Nationalpark alles andere als langweilig: der Wald erschien fast wie ein Märchenwald, stellenweise ganz in weiß-grau mit abgestorbenen, moosbewachsenen Bäumen, Moraststellen, die man mit Hilfe der Wurzeln und Steine überqueren musste. Die Bäume knarrten und quietschten (zuerst dachten wir das Geräusch käme von einem Tier) wenn sie im Wind aneinander rieben, es schien fast als würden sie sich unterhalten. Außerdem waren manche mit knorrigen Auswüchsen übersät, die mit orangenen Früchten geschmückt waren, die manchmal sogar Tischtennisballgröße erreichten - als wollte der Wald sich auch für Weihnachten schön machen.

Am nächsten Morgen mussten wir um 5 Uhr morgens den einzigen Bus aus der Stadt in Richtung Norden nehmen, um nach fast 21 Stunden an unserem nächsten Ziel, der Stadt El Calafate anzukommen.