Im guten alten Arica Bei den Vöglein vom Titicacasee
Jan 30

Von Arica aus ging es dann nach Arequipa, die weiße Stadt Perus. Sie liegt auf ca. 2300m Höhe und ist ringsum von beeindruckenden - und teilweise noch aktiven – Vulkanen umgeben. Der Spitzname kommt auch daher, dass viele, vor allem alte Gebäude aus einem weißen Vulkangestein gebaut sind. Da es schon recht spät war, als wir in der Stadt ankamen, verbrachten wir den Rest des Tages damit, ein günstiges Hostel und etwas zu essen zu suchen. Den nächsten Tag begannen wir mit einem leckeren Frühstück aus Cornflakes mit Bananen und frischen, saftigen Mangos auf der sonnigen Dachterrasse mit einem tollen Ausblick über die Stadt - ein guter Start in einen entspannten Tag, an dem wir zu Fuß die Stadt erkundeten.

Die Plaza de Armas (der Hauptplatz, den es fast in jeder südamerikanischen Stadt gibt) ist in Arequipa super schön und hat besonders abends eine tolle Atmosphäre. Ein weiterer Höhepunkt war der 425 Jahre alte Klosterkomplex Monasterio de Santa Catalina, der zu recht auch Stadt in der Stadt genannt – es ist ein wahres Labyrinth von kleinen Gassen und Unterkünften. Mittags probierten wir zum ersten Mal das sensationell günstige Mittagsmenü aus – für ca. 0,75 Euro gab‘s einen leckeren Eintopf, Hauptgericht (Hühnchen mit Gemüse und Reis) und ein Getränk. Das wurde in der nächsten Zeit morgens und abends zu unserem Standardessen – immer mit kleinen Variationen in Qualität und Inhalt, oft mit Tee und Nachtisch, der allerdings an eine Mischung aus Wackelpudding und Tortenguss erinnert.

Am nächsten Tag starteten wir unsere Tour in das Valle de Colca, ein Tal mit schönen Landschaften und einem der tiefsten Canyons der Welt. Es werden viel organisierte Touren angeboten, was einfacher ist als mit öffentlichen Verkehrsmitteln herumzutouren. Leider war die Tour wieder mit sehr viel im Auto sitzen verbunden, aber dafür wurden wir auch mit einigen schönen Ausblicken belohnt. Nachmittags besuchten wir eine Art Freibad, das von heißen Quellen gespeist wird. Nach den recht kühlen Außentemperaturen war das sehr angenehm, obwohl das Wasser so heiß war, dass man nach einer Weile das Becken erst einmal verlassen musste um sich kurz abzukühlen. Abends gab es in Abendessen mit Folklore (eine Gruppe hat Musik gemacht und einige Tänze aufgeführt, später wurden auch die Touristen auf die Tanzfläche geholt), was natürlich auch wieder mega-touristisch, aber trotzdem ganz lustig. Am nächsten Tag ging‘s früh und bei eisigen Temperaturen los in Richtung Cruz del Condor (Kondorkreuz). Auf dem Weg hielten wir kurz in einigen Dörfern, wo immer Artesania (peruanische Handwerkskunst) angeboten wurde. Beim Kondorkreuz am Canyon angekommen, sahen wir zwar erst einmal keine Vögel, aber wir hatten die Möglichkeit uns ein wenig die Beine zu vertreten und eine Stunde bei Sonnenschein die schöne Landschaft am Canyon zu genießen. Auf dem Rückweg wurden wir dann von einem Parkmitarbeiter auf zwei Kondore aufmerksam gemacht. Allein hätten wir sie nie entdeckt, da sie leider nur sehr weit weg vorbeiflogen. Dann ging es auch schon wieder auf den Rückweg, auf dem wir noch Halt machten, um einen ehemaligen Inkafriedhof zu bestaunen, bei dem die Gräber hoch in die Felswand hineingehauen wurden.

Wieder zurück in Arequipa besichtigten wir das Museum Santury, wo einige Inkagegenstände ausgestellt sind. Das Glanzstück ist eine sehr gut erhaltene Mumie eines Mädchens, das die Inka vor über 500 Jahren geopfert haben. Nachdem wir noch ein bisschen durch die nächtlichen Straßen geschlendert sind, dem Internetcafé den obligatorischen Besuch abgestattet und noch etwas zu Abend gegessen haben, ging es zum Busbahnhof und von dort in Richtung Puno. Hier ist mal wieder das Murphysche Gesetz der südamerikanischen Busse eingetreten: Wenn man möglichst früh ankommen will, sind sie 100%ig verspätet, wenn man aber lieber länger fahren würde, um bei einer Nachtfahrt ausreichend Schlaf zu bekommen, kommen sie mit Sicherheit nicht nur pünktlich, sondern sogar einiges zu früh an. So standen wir dann plötzlich um kurz nach 5h in Puno am Busbahnhof, anstatt wie geplant gegen 7h.

Eine Antwort zu “Arequipa & das Valle de Colca”

  1. Anna sagt:

    Warum habt ihr denn die Bustour und nicht die Wanderung gemacht? Ich hab damals nicht im Bus gesessen aber dafür 6Stunden lang bergab gewandert…
    Liebe Grüße,
    Anna
    P.S: War gestern bei Janina und Marco…war sehr witzig!

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