Dez 30

Zurück in Buenos Aires haben wir uns mit Anna und ihrem Freund Maarten getroffen, um die Weihnachtstage gemeinsam zu verbringen. So haben wir noch einmal in Ruhe die Stadt erkundet - oder besser gesagt, uns von Anna die schönen Ecken zeigen lassen. Und Buenos Aires hat wirklich viele unterschiedliche Seiten zu bieten: den berühmten Friedhof Recoleta mit seinen Mausoleen und Gruften - teils sehr gut gepflegt, teils aber auch halb verfallen, den früheren Migrantenstadtteil La Boca mit seinen strahlend bunten Häusern. Man kann aber auch einfach durch die Straßen Palermos wandern, wo es viele süße Cafés gibt (wenn es auch leider viel zu heiß zum Kaffee trinken war) und eine Feria, auf der junge Designer ihre Kleider zu günstigen Preisen verkaufen - hier war also erstmal Shoppen angesagt.

Natürlich genossen wir auch ausgiebig das argentinische Essen bzw. das argentinische Rindfleisch ;) und den Wein. An Heiligabend hatten wir nach langem Suchen und Überlegen ein Restaurant gefunden, in dem wir essen konnten, da ansonsten fast alles geschlossen war. So hatten wir auch einen schönen Abend, den wir mit ein paar Gläschen Wein auf der Dachterrasse unseres B&B abschlossen. Mit Abstand das leckerste Essen gab es jedoch an unserem letzten gemeinsamen Abend im Restaurant Las Cholas im Stadtteil Palermo. Bis spät in die Nacht genossen wir das Essen, den guten Hauswein und die tolle Atmosphäre. Wir waren offensichtlich nicht die einzigen, denen das Restaurant gefiel - es wurde einfach nicht leerer und selbst um 1 Uhr kamen noch neue Gäste, die etwas zu essen bestellt haben.

Einen Tag nach Annas und Maartens Abfahrt ging es auch für uns weiter, nämlich nach Valparaíso in Chile.

Dez 23

Bevor es für die Weihnachtstage zurück nach Buenos Aires ging, verbrachten wir 4 Tage und 3 Nächte in Mar del Plata, Argentiniens beliebtestem Strandort. Schön ist Mar del Plata jedoch nicht - der Meerblick wird getrübt durch zahlreiche Hochhäuser und Reklametafeln die an der Strandpromenade stehen. Trotzdem tummeln sich hier in der Hauptsaison (Januar und Februar) die Menschen dermaßen am Strand, dass man kaum noch was vom Sand sieht. Glücklicherweise war es während unseres Aufenthaltes in Mar del Plata trotz des sehr guten Wetters überhaupt nicht voll.

Gewohnt haben wir die Tage bei drei lieben Regensburger Studentinnen (Anja, Lisa und Toni), die für ein Jahr in Mar del Plata studieren und die wir auf unserer Reise dorthin kennengelernt haben. Als wir die drei am Ziel angelangt nach einem guten Hostel in der Nähe fragten, wurden wir gefragt ob wir CouchSurfing kennen und prompt zum couchsurfen eingeladen - so schnell kann’s gehen. Neben faul in der Sonne liegen und sich ab und an mal im eiskalten Wasser erfrischen vertrieben wir uns die Zeit mit kochen, Karten spielen, einem Kinobesuch sowie einem Ausflug ins Nachtleben von Mar del Plata.

In der Nacht vom 22. auf den 23. ging es wieder einmal per Bus nach Buenos Aires, wo wir zur Zeit bei sommerlichen 30 Grad verweilen. Euch allen und Euren Familien wünschen wir ein frohes Weihnachtsfest und erholsame Feiertage!

Dez 19

Nach einer 28h Reise zurück in die Zivilisation sind wir in Trelew angekommen, einer kleinen Stadt die nach den überlaufenen touristenzielen im Süden erfrischend untouristisch war. Es gab nicht viel zu sehen, dafür waren die Menschen unheimlich freundlich und wir wurden das erste mal tatsächlich vor die sonst in Südamerika weit verbreitete Tatsache gestellt, das zwischen 14 und 17h die Bürgersteige hochgeklappt werden und nichts, aber auch nichts mehr geöffnet ist. Hier haben wir uns für die folgenden 2 Tage einen Mietwagen geliehen um jeweils Tagesausflüge in die Reserva Provincial Punta Tombo und die Reserva Faunística Península Valdés unternehmen zu können.

Punta Tombo ist ein Tierschutzreservat ca. 100km südlich von Trelew, in dem von September bis April über 500.000 Magellan-Pinguine brüten - damit ist es die größte Pinguin-Kolonie außerhalb der Antarktis. Auf dem Weg nach Punta Tomba machten wir einen Zwischenstopp in einer abgelegenen Bucht und stießen prompt auf 2 Seeelefanten die faul am Strand herumlagen. Im Reservat angekommen genossen wir es beim tollem Wetter den vielen kleinen und großen Pinguinen beim watscheln, chillen, schwimmen und sich gegenseitig näseln zuzusehen; die Zeit verging wie im Flug. Neben den Pinguinen sahen wir dort Guanakos, eine Unterart der Lamas.

Das Naturreservat Península Valdés hat noch eine größte Vielfalt an Tierarten zu bieten. Absolutes Highlight für uns war ein Bootstrip bei dem wir Südkapern (Südliche Glattwale) aus nächster Nähe zu sehen bekamen. Einige Mütter mit ihren Kälbern, die als solche aufgrund ihrer Größe kaum noch zu erkennen waren, waren sehr zutraulich und kamen sehr nah an unserem Boot an die Wasseroberfläche bzw. schwammen unter dem Boot her. Zurück an Land haben wir bei tollem Wetter sehr viele Seelöwen und Seeelefanten die faul am Meer herumlungerten, bzw. einige Männchen die um die Gunst der Weibchen warben gesehen. Außerdem haben wir dort wieder einige Pinguine, aber auch zahlreiche Guanakos und Gürteltiere zu Gesicht bekommen. Bei so vielen tollen Begegnungen mit der Tierwelt konnten wir es auch ganz gut verkraften, dass wir Orcas, die sich ab und an im Norden der Halbinsel bei Flut blicken lassen, nicht angetroffen haben.

Am Abend des nächsten Tages nahmen wir dann den Bus nach Mar del Plata um die letzten Tage vor Weihnachten schön am Strand entspannen zu können.

Dez 15

Um die Mittagszeit sind wir im kleinen, überschaubaren Dorf El Chaltén angekommen. Geldautomaten gibt es dort nicht, asphaltierte Straßen sind Mangelware, aber dafür betrug unser Weg vom Bus zum Hostel gerade mal 50 Meter. Nachdem wir uns umgezogen und mit Proviant für die erste Tour eingedeckt hatten, ging es auch schon los zum Trekking. Der 3,5 stündige Hinweg führte uns (in fast ständiger Begleitung von nervigen überdimensionalen Fliegen) vorbei an herrlichen Berglandschaften zur Laguna Torre von der aus wir einen grandiosen Ausblick auf den Cerro Torre, einen der höchsten Gipfel der Umgebung hatten. Der Rückweg ließ sich zwar in kürzerer Zeit meistern, aber fertig waren wir bei unserer Ankunft im Hostel trotzdem. Da wir Tage zuvor immer selbst gekocht haben, entschieden wir uns für einer leckeres Abendessen in einer nahgelegenen Pizzeria.

Mit den Anstrengungen vom Vortag in den Beinen ließen wir es am zweiten Tag ein wenig gemächlicher Angehen und machten eine etwas kürzere Wanderung zu zwei Aussichtspunkten, von denen man einen guten Ausblick auf das Dorf und die nähere Umgebung hatte.

Tag 3 hatte es dann in sich: Um nicht dieselbe Strecke auf dem Hin- und Rückweg laufen zu müssen, fuhren wir früh morgens zunächst mit einem Minibus 14km in den Norden, wo wir unsere Tagestour begannen. Unser Rundweg führte uns vorbei an der Laguna Piedras Blancas zur Laguna De los Tres, wobei das letzte Stück recht steil war und es zwischendurch immer mal wieder kurz geregnet hat. Oben angekommen waren wir dann mit einer tollen Aussicht auf die leuchtendblaue, mit Eis bedeckte Lagune und den größtenteils in Wolken verhüllten Berg Fitz Roy belohnt. Als wir ein wenig am Ufer der Laguna De los Tres entlangliefen entdeckten wir noch einen kleinen, kurzen Weg an dessen Ende ein Fels war, von dem man schön auf die Laguna Sucia herabblicken konnte. Nach insgesamt etwas weniger als 8 Stunden sind wir müde und hungrig aufgrund der tollen Landschaft aber auch gut gelaunt ins Hostel zurückgekehrt.

Nach einer weiteren Nacht hieß es wieder Abschied nehmen um in Richtung Trelew aufzubrechen, was knapp über 24 Stunden dauern sollte.

Dez 11

Weil es zum Zeitpunkt unserer Ankunft bereits 1.30 Uhr war, hieß es erst einmal schlafen gehen. Am folgenden Tag machten wir uns dann auf in den Nationalpark Los Glaciares um die Hauptattraktion, den Perito-Moreno-Gletscher zu bewundern. Das besondere an diesem Gletscher ist, dass sich an seinem Ende ein bläulich-weiß schimmernder, kilometerlanger und bis zu 60m hoher Eisstrom befindet. Dieser rückt am Tag bis zu 2m vor und lässt hin und wieder unter tosendem Lärm Eisbrocken ins Wasser des angrenzenden Sees fallen - ein sehr beeindruckendes Spektakel in einem wunderschönen Panorama.

Da es sonst nicht viel Spannendes in El Clafate zu sehen gibt, ging es am nächsten Morgen gleich wieder weiter, und zwar ins 3 Autostunden entfernte Dorf El Chaltén.

Dez 09

Trotz stürmischer Böen die das Flugzeug wild hin und her schüttelten, sind wir unbeschadet in Ushuaia - der südlichsten Stadt der Welt - angekommen. Da das Wetter am ersten Tag nicht so gut war, entschieden wir uns den Besuch des Nationalparks Tierra del Fuego (Feuerland) noch einen Tag aufzuschieben und sind erst einmal zum Glaciar Martial gewandert. Der Regen wurde dann langsam zu Schnee. So kamen wir also doch ein bisschen in Winterstimmung kurz vor Weihnachten. Schließlich hörte es ganz auf und wir konnten einen schönen Ausblick auf die schneebedeckten Berggipfel rund rum, aber auch ins Tal mit dem süßen kleinen Dorf direkt am Meer genießen. Der letzte Teil des Weges war als solcher kaum noch zu erkennen, so dass sowohl Phantasie als auch etwas Durchhaltevermögen gefragt waren, um mit inzwischen nassen Füßen weiterzurkraxeln und dem Wind, der einen fast wegpusten hat, zu widerstehen. Dafür wurden wir aber zwischenzeitlich von der Sonne belohnt, die sich doch mal heraus traute.

Am nächsten Tag hatten wir dann das erhoffte Glück mit dem Wetter und wurden von strahlendem Sonnenschein begrüßt - perfekt für eine kleine Trekking-Tour im Nationalpark. Dort stiegen wir erst einmal auf einen kleinen Berg, von dem wir eine schöne Aussicht hatten. Dann ging’s in einer traumhaften Kulisse am Waldrand an der Küste mit schon fast türkisblauem Wasser entlang, die schneebedeckten Gipfel im Hintergrund…einfach toll! Und auch sonst war die Landschaft im Nationalpark alles andere als langweilig: der Wald erschien fast wie ein Märchenwald, stellenweise ganz in weiß-grau mit abgestorbenen, moosbewachsenen Bäumen, Moraststellen, die man mit Hilfe der Wurzeln und Steine überqueren musste. Die Bäume knarrten und quietschten (zuerst dachten wir das Geräusch käme von einem Tier) wenn sie im Wind aneinander rieben, es schien fast als würden sie sich unterhalten. Außerdem waren manche mit knorrigen Auswüchsen übersät, die mit orangenen Früchten geschmückt waren, die manchmal sogar Tischtennisballgröße erreichten - als wollte der Wald sich auch für Weihnachten schön machen.

Am nächsten Morgen mussten wir um 5 Uhr morgens den einzigen Bus aus der Stadt in Richtung Norden nehmen, um nach fast 21 Stunden an unserem nächsten Ziel, der Stadt El Calafate anzukommen.

Dez 06

Die letzten drei Tagen haben wir uns hier ein wenig entspannt, sind gemütlich durch die Gassen geschlendert, habe das tolle Wetter in einigen Parks genossen, leckeres argentinisches Steak probiert sowie Vorbereitungen für unseren Aufenthalt an Weihnachten getroffen. Am heutigen Nikolaustag geht es per Flieger weiter ans Ende der Welt…

Dez 03

Nach den Iguazú Wasserfällen ging es für uns für einige Tage weiter nach Ciudad del Este, eine trubelige, staubige Grenzstadt in Paraguay. Bei ca. 40°C ist man dort ganz schnell mit Schweiß und dem roten Staub den wir überall in Paraguay vorgefunden haben, bedeckt – was die Motivation zum Stadt erkunden etwas mindert. In der Nähe der Stadt befindet sich Itaipú, ein Wasserkraftwerk, welches bis 2006 das größte Kraftwerk der Welt war. Eines Abends waren wir bei einer Lichtshow am dazugehörigen Staudamm. Für die Einheimischen war es eindeutig ein riesiges Spektakel, wir allerdings fragten uns die ganze Zeit wann die eigentliche Show denn anfangen würde…

Am darauf folgenden Tag besuchten wir eines der Naturreservoirs, die als Ausgleich für die beim Bau vorgenommenen Eingriffe in die Natur errichtet wurden. Dann hieß es leider auch schon Abschied nehmen von unserer guten Anna – wir hatten eine ganz tolle Zeit mit ihr und werden sie aller Voraussicht nach an Weihnachten in Buenos Aires wiedersehen.

Für uns beide ging es dann auch weiter, nämlich in den Ybycui Nationalpark. Im Lonely Planet als ganz toll angepriesen, entpuppte sich der Park als weniger aufregend. Abgesehen von einigen Schmetterlingen und ein paar kleinen netten Wasserfällen gab es einige Menge fieser Mücken, die sich nicht einmal von Insektenschutzmittel abhalten ließen uns zu beißen. Andere Tiere haben sich erst abends bemerkbar gemacht und eine tolle Geräuschkulisse zu unserem einsamen Lagerfeuer geliefert. Am nächsten Morgen packten wir dann auch schon wieder unsere Sachen und zogen wir weiter gen Buenos Aires…