Nov 29

Tja, so mussten wir also den weissen Stränden von der Insel Santa Catarina den Rücken kehren, ohne sie überhaupt gesehen zu haben. Dafür wurden wir bei den Iguazú Wasserfaellen nach einer langen Nacht im Bus auch mit strahlendem Sonnenschein bei ca. 30 Grad belohnt. Die Wasserfälle sind UNESCO Weltkulturerbe und gehören zu den drei größten der Welt. Sie sind unheimlich schön, beeindruckend, einfach toll…

Wir drei - Anna ist nämlich coolerweise mitgekommen - hatten wirklich zwei wunderschöne Tage dort. Am ersten Tag haben wir die brasilianische Seite erkundet und am zweiten Tag dann den argentinischen Teil, der den brasilianischen sogar noch uebertroffen hat. Besonders die unzähligen bunten Schmetterlinge, die völlig zahm in einer schwirrenden Wolke um einen herumgeflogen sind, dann der “Boca del Diablo” (Teufelsschlund) wo die Wassermassen mit unglaublicher Wucht in die Tiefe stürzen, so dass das aufsteigende Sprühwasser uns komplett durchnässte und die Vögel währenddessen fröhlich rein und rausflogen, da sie anscheinend ihre Nester hinter der Wasserwand gebaut hatten - einfach atemberaubend. Aber wir versuchen besser garnicht erst zu alles zu beschreiben, hier können Euch die Fotos sicher mehr sagen…

Nov 26

Vergangenen Samstag sind wir in Florianópolis bei der lieben Anna angekommen und die darauf folgenden Tage haben wir vor allem eines zu Gesicht bekommen: Regen. Es hat fast die ganze Zeit geschüttet, also haben wir es uns bei Anna Zuhause gemütlich gemacht und Alternativpläne geschmiedet. Da die Wettervorhersage erst ab Mittwoch Besserung angekündigt hat, entschlossen wir uns dem miesen Wetter zu entfliehen und zusammen mit Anna am Montag abend zu den Iguazu Wasserfällen aufzubrechen. Leider wurde aus dem ganzen nichts, weil viele Straßen aufgrund der heftigen Regenfälle überflutet waren und die Busse nicht fuhren. Zum Glück hat sich das Wetter tags darauf etwas gebessert, so dass wir am Dienstag abend endlich aufbrechen und uns zuvor sogar noch ein wenig von der Stadt anschauen konnten.

Das Ausmaß der Unwetter hat sich mittlerweile als verheerend herausgestellt: im Bundesstaat Santa Catharina, in dem Florianópolis liegt, forderte es bisher 97 Tote und hat 80.000 Menschen obdachlos gemacht.

Nov 21

Diese süße kleine Insel liegt östlich von Curitiba und ist nur mit dem Boot zu erreichen; auf der Insel selber gibt es auch keine motorisierten Fahrzeuge. Ein dicht bewachsener grüner Fleck mit weißen Sandstränden rundum – ein schöner Ort sich bei strahlendem Sonnenschein von den trubeligen Großstätten zu erholen. Da gerade keine Hochsaison ist waren kaum Touristen dort und wir hatten die Strände fast für uns alleine.

Nach einem Tag und einer Nacht ging es  wieder zurück ins Landesinnere – u.a. 3 Std. lang mit einem Tuckerzug, von dem aus man normalerweise eine grandiose Aussicht genießt, aber leider hat in unserem Fall das Wetter nicht ganz mitgespielt. Weiter ging es dann nach Florianópolis, wo wir die liebe Anna besuchen, die dort grad ihr Auslandssemester macht.

Nov 20

Da wir nur einen Nachmittag in Curitiba verbracht haben, gibt es nicht besonders viel Aufregendes zu berichten, aber wir haben ein paar schöne Fotos für Euch.

Wir haben uns aufgrund der kurzen Zeit für eine Stadtrundfahrt mit einem „Hopp off-hopp on“ Touribus entschieden. Es war ein ganz schön komisches Gefühl selbst in so einem Bus zu sitzen, besonders da die Leute mindestens genauso zu uns raufgestarrt haben wie wir runter – und ziemlich viele haben auch Fotos gemacht, aus was für einem Grund auch immer…  

Nov 19

Zweites Ziel unserer Reise war erneut eine Metropole – diesmal stand Rio mit ca. 7 Mio. Einwohnern auf dem Programm. Gewohnt haben wir die vergangenen Tage allerdings in Niteroi, einer etwas kleineren Stadt direkt gegenüber der Bucht von Rio von der aus man „Downtown Rio“ prima innerhalb von knapp 10 Minuten mit der Fähre oder über eine 13 km lange Brücke erreichen konnte. Da unser Aufenthalt in Rio auch ein Wochenende beinhaltete, konnten wir etwas mehr Zeit mit unseren Couchsurfing-Hosts Claudia und Gianluca verbringen. So hatten wir das Glück Rio und Umgebung aus einer etwas anderen Perspektive kennenzulernen.

Schon Freitag morgen im Bus nach Rio viel uns auf, dass die Favelas im Gegensatz zu São Paulo viel präsenter sind, was daran liegt, dass diese in Rio meist auf gut sichtbaren Hügeln liegen. Durch die bunten und chaotischen Favelas, die schönen Strände und die Berge rund um die Stadt wirkt diese ganz anders als São Paulo. Nach unserer Ankunft in Niteroi und einem kurzen Frühstück ging es mit Reiseführer Gianluca zu einem persönlichen Stadtrundgang nach Downtown Rio. Obwohl er selbst erst seit knapp über einem Jahr in Rio lebt konnte er uns eine Menge über die Sehenswürdigkeiten erzählen. Abends haben wir dann für Claudia und Gianluca leckere Kürbissuppe und frisches Knoblauchbrot gezaubert. Zum Abschluss des Abends sind wir in Niteroi lecker Caipirinhas trinken gegangen und haben festgestellt, dass die Brasilianer diese nicht nur mit Limetten sondern mit allerlei unterschiedlichen Obstsorten zubereiten (wir haben zum Beispiel Ananas und Maracuja probiert).

Samstag morgen haben wir uns zusammen mit Claudia, Gianluca, Sammy und Vinicius, zwei weiteren Couchsurfern aus Niteroi auf den Weg gemacht um einen der vielen Berge in der Umgebung zu erklimmen von dem aus man eine tolle Aussicht haben sollte – und wir wurden nicht enttäuscht. Da das Wetter an diesem Tag ganz hervorragend war konnten wir viele tolle Fotos schießen und uns danach eine wohlverdiente Abkühlung am Stand gönnen. Nachmittags waren wir dann bei Adriano und Sylvia, zwei Freunden unserer Hosts zum BBQ eingeladen. Neben einigen landestypischen Gerichten, haben wir einige uns bis dahin unbekannten Obstsorten probiert, gesehen wie Cashew Nüsse wachsen und schon einmal einen Vorgeschmack darauf bekommen wie genial die Steaks in Argentinien schmecken werden.

Am Sonntag war zunächst ein Abstecher zur Christus Statue, die sich auf einem der höchsten Berge Rios befindet, geplant. Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Trotz Sonnenscheins hielten sich einige Wolken sehr hartnäckig über dem Christo Berg, so dass man oben keine 5 Meter weit sehen konnte. Glücklicherweise haben konnte man dies durch eine Kamera bei der Talstation sehen, so dass wir uns das Geld für die Bummelbahn nach oben sparen konnten. Am Nachmittag stand dann Sport auf dem Programm. Flamengo gegen Palmeiras in Macaraná, dem Fussballtempel Rios, in den einst fast 200.000 Menschen passten. (Nach Umwandlung in ein reines Sitzplatzstadion gehen jetzt nur noch knapp über 100.000 Zuschauer rein.) Trotz eines nur zu ca. 75% gefüllten Stadions war die Stimmung bombastisch. Zunächst saßen wir im Oberrang mitten unter den pausenlos Stimmung machenden Flemengo Fans (das fing schon eine halbe Stunde vor Anpfiff an), aber ziemlich bald hatte es sich dann auch ausgesessen, denn einige Minuten vor Spielbeginn verwandelten sich viele der Sitzplatzblöcke in Stehplatzblöcke woran sich bis Spielende abgesehen von der Halbzeitpause nicht viel änderte. Da im Stadion in Blöcken gleicher Kategorie freie Platzwahl herrscht, wird es in manchen sehr voll, so dass Fluchtwege, die in Deutschland penibel freigehalten werden, hier plötzlich gänzlich verschwinden. Wir erlebten ein torreiches Spiel, dass Flamengo am Ende mit 5:2 für sich entschied. Das 1:0 schoss dabei ein alter Bekannter, der zuletzt beim VfL Wolfsburg unter Vertrag stand – Marcelinho.

Montag machte das Wetter unserem geplanten Christo Besuch erneut einen Strich durch die Rechnung. So entschlossen wir uns erst ein wenig Niteroi zu erkunden und uns am Nachmittag die beiden weltberühmten Strände Ipanema und Copacabana anzuschauen. Als wir uns gegen 17h zum Essen in ein Restaurant begeben hatten find es plötzlich an zu schütten wie aus Eimern und wollte gar nicht mehr aufhören. Als sich das Wetter etwas gebessert hatte und wir uns auf den Weg nach Hause machten, warteten am Minibusstand schon ca. 30 Leute aber weit und breit war kein Bus zu sehen. Deshalb entschlossen wir uns für den umständlicheren Nachhauseweg mit Metro und Fähre. Im Nachhinein hat sich dies als Glücksgriff erwiesen, weil viele Straßen in Rio überflutet und andere dermaßen überlastet waren, dass der Verkehr größtenteils zum erliegen kam.

Auch Dienstag schien ein Christus Besuch aufgrund des Wetters nicht möglich. Also entschlossen wir uns nach einem letzten gemeinsamen Mahl mit Claudia und Gianluca Rios Stadtteil Santa Theresa, der durch eine alte Bahn (Bonde genannt) mit dem Zentrum verbunden ist, zu erkunden. Die Bahnfahrt erwies sich als sehr lustig und auch die Schulkinder die zwischendurch auf- und wieder absprangen um sich außen an die Bahn zu hängen hatten sichtlich ihren Spaß. Abends ging es dann per Nachtbus weiter nach Curitiba…

Nov 14

Unsere Südamerikareise hat uns als erstes nach São Paulo geführt. Diese Riesenmetropole mit 10,9 Millionen Einwohnern ist als „Verbrecherhochburg“ verschrieen, von den Paulistanos wird sie jedoch oft heiß geliebt – unser Couchsurfing-Host Fabricio meinte zu uns „in São Paulo könnt ihr locker einen Monat verbringen“. Ganz so lange wollen wir dann doch nicht hier bleiben, aber die drei Tage die wir hier verbracht haben waren auf jeden Fall sehr interessant und voll neuer Eindrücke. Die auffälligste Charakteristik der Stadt so wie wir sie erlebt haben sind die vielen Gegensätze. Die Business Leute in schicken Anzügen laufen an den zahllosen Obdachlosen vorbei; vom schicken Bankenviertel kommt man bevor man es merkt in das dichteste Gedränge von Straßenverkäufern, in dem man kaum vorwärts kommt.

Als wir auf eine Aussichtsplatform im 32. Stock gefahren sind, ist uns erst bewusst geworden wie riesig São Paulo eigentlich ist, graue Wolkenkratzer soweit das Auge reicht, nur ab und zu ein paar grüne Flecken dazwischen. Lustig ist, dass sich die Leute teilweise auf den Dächern der Hochhäuser kleine grüne Oasen geschaffen haben. Diesem Großstadtfeeling, dass durch den wahnsinnigen Verkehr – in der Rushhour kommt er einfach komplett zum erliegen - noch verstärkt wird, kann man im größten Park der Stadt (2 km²) entkommen. Hier findet man sogar Jogger und Fahrradfahrer. Fahrradfahren grenzt in der restlichen Stadt wahrscheinlich auch an Selbstmord bei der Fahrweise der Autos und insbesondere der anscheinend besonders lebensmüden Motorradfahrer. Erstaunlicherweise kann man aber an fast jeden Ort der Stadt - wo irgendwo in der Nähe ein paar Bäume stehen - neben dem allgegenwärtigen Lärmpegel der Autos auch sehr lautes Vogelgezwitscher hören.

Auffällig ist auch die Polizeipräsens, an jeder Ecke sieht man ein Polizeiauto, einzelne Polizisten oder kleine Polizeistationen die entweder an einen Wohnwagen oder eine Litfasssäule erinnern. Polizisten sind übrigens ungeachtet des Straßenchaos teilweise auch auf Pferden unterwegs – ein sehr ungewöhnliches Bild vor dieser Kulisse wie ihr euch vorstellen könnt. Vielleicht gerade da überall Polizisten und Securities stehen, hatten wir nie eine Situation in der wir uns unwohl gefühlt oder in Gefahr gesehen hätten (obwohl die brasilianische Polizei anscheinend ein großes Problem mit Korruption hat). Im Gegenteil, die Leute auf der Straße waren alle super nett und hilfsbereit. Mit meinem Portugiesisch-Spanisch Mix komme ich (Karina) übrigens sehr gut durch und es macht mir Spaß die Leute anzuquatschen, besonders da niemand direkt auf Englisch wechselt. Ich finde es aber erstaunlich, dass fast niemand wirklich Spanisch spricht, obwohl die Sprachen ja schon recht ähnlich sind. Auf jeden Fall beginne ich die Sprache zu mögen. Gestern hab ich sogar unsern Bus nach Rio übers Telefon gebucht. =)

Gewohnt haben wir die Tage bei Fabricio und Julie, zwei supernetten und gastfreundlichen Brasilianern. Sie hatten leider tagsüber nicht viel Zeit, so dass wir die Stadt auf eigene Faust erkundet haben, aber abends haben wir lecker-lustige Kochsessions veranstaltet - mit einem Riesenpott Obstsalat als Nachtisch. Überhaupt, das Obst ist soooooo toll und der frischgepresste Saft, der an jeder zweite Straßenecke verkauft wird ist zum dahin schmelzen. Heute haben wir auf dem Markt eine Riesenavokado von der Größe einer Kokosnuss gekauft. Fabricio und Julie sind sehr theaterbegeistert und selber auch beim Theater aktiv. Dadurch hatten wir am letzten Abend in São Paulo einen sehr schönen Abschluss mit einer Theatervorstellung „Os palhaços mudos“ was übersetzt soviel heißt wie „Die stummen Clowns“. Wie der Titel schon vermuten lässt, wurde in dem Stück sehr wenig gesprochen was für uns natürlich sehr praktisch war und wir hatten viel zu lachen. Mit dem Nachtbus ging es dann nach Rio, wo wir heute Morgen angekommen sind.

Nov 07

…noch 3 Tage bis zum Start. :) Am 10.11. um 20.05h gehts mit TAM Flug JJ 8071 von Frankfurt nach São Paulo. Von dort aus dann mehr…